Denkmal des Monats - Januar 2019

Südwestfalen
Petrusbrunnen mit Stadtwappen und Marktplatz (Hallenberg)

Am Südrand des Marktplatzes liegt der sogenannte „Kump“ (mhd.: Gefäß), nach dem Hallenberger Stadtpatron auch „Petrusbrunnen“ genannt. Heute ein Schmuckstück in Hallenbergs „guter Stube“, hatte er früher eine wichtige Funktion für die Wasserversorgung der Stadt. Von Quellen nördlich und westlich der Stadt (Elbersbach und Urberg) wurde das Wasser seit dem 16. Jahrhundert über ein Leitungssystem aus Holz-, Ton- und später Gußeisenröhren hierher geleitet, und gelangte von hier aus auch in den heute nicht mehr vorhandenen Unterkump. So standen, neben den zahlreichen Hausbrunnen, zwei Schöpfstellen für Frischwasser zur Verfügung. Für die Wartung des Systems war ein städtischer Kump- und Röhrenmeister verantwortlich. Die Installation eines städtischen Wasserleitungsnetzes mit Hausanschlüssen erfolgte erst im Jahre 1903.

Die heutige Fassung des Petrusbrunnens entstand 1756. Für das ca. 1 Meter hohe, kreisrunde Brunnenbecken auf einem Bruchstein-Podest fand roter Sandstein aus dem nahen Hessen Verwendung. Bauhandwerker waren die Steinhauer und „Kumpmeister“ Scheffer aus Marburg und Weinreitter aus Münchhausen.

Am Westrand des Beckens erhebt sich die Figur des hl. Petrus auf einem Sockel. Zu seinen Füßen befindet sich das Hallenberger Stadtwappen, in einer frühen Version nach einem alten Magistratssiegel (Petrus mit Mauerwerk und drei Türmen als Zeichen der befestigten Stadt). Darunter ist unter einem Kreisbogen ein Drache mit zwei Flügeln auszumachen: St. Petrus, das Stadtwappen und der Drache - sie symbolisieren wohl die drei Sphären des Himmels, der Erde und der Unterwelt.

Die Petrus-Statue kam erst um 1903 auf ihren Platz. Ihre Vorgängerin, ca. 95 cm hoch und in einfacher Arbeit aus Sandstein gehauen, hat einst mitten im Becken gestanden. Sie wird heute im Stadtarchiv aufbewahrt.

Im Jahr 2017 hat die Stadt Hallenberg zusammen mit der Innogy das Projekt „Altstadt bei Nacht“ ins Leben gerufen und zunächst 5 historische Objekte (neben dem Petrusbrunnen, die alte Stadtmauer, das historische Eishäuschen, das Backhaus aus 1646 sowie die Pfarrkirche St. Heribert) mit Licht in Szene gesetzt. So lohnt sich auch eine Nachtwanderung in der historischen Altstadt von Hallenberg.