Denkmal des Monats - Dezember 2016

Ostwestfalen Lippe
Zur Stadtgeschichte... (Nieheim)



Als Zeitpunkt der ersten geschichtlichen Erwähnung Nieheims wird oft das Jahr 889 genannt. Einige prähistorische Funde und Hügelgräber aus der Bronzezeit weisen auf eine sehr frühe Besiedelung des Gebietes um Nieheim hin.

Der Name der Stadt Nieheim d.h. im Wesentlichen die Schreibweise hat sich im Laufe der Jahrhunderte verändert, von Nihem über Nym bis zum heutigen Nieheim. Durch diese unterschiedlichen Schreibweisen lässt sich nur schwer belegen, wann Nieheim erstmals urkundlich erwähnt wurde. Die ersten nachweislichen Erwähnungen erfolgten in mehreren Urkunden des Bischofs Meinwerk von Paderborn (1009 - 1036), der hier in Nieheim einen Meierhof besaß. Unter Bischof Bernhard IV. (1228 - 1247) wurden Nieheim die Stadtrechte verliehen. Die Stadt erhielt Privilegien wie Selbstverwaltung durch einen gewählten Bürgermeister und Ratsherren, niedrige Gerichtsbarkeit, Markt- und Münzrecht sowie das Recht und die Pflicht zur Selbstverteidigung. Nieheim entwickelte sich daraufhin von einer Ackerbürgerstadt zu einer bedeutenden Hansestadt und wurde Mitglied der Hanse.

Charakteristisch für das heutige Erscheinungsbild Nieheims ist die Mitte des 13. Jh. entstandene, kreisförmige Stadtanlage, die unverändert erhalten geblieben ist. Die Stadt war umgrenzt durch eine Stadtmauer, deren Verlauf in etwa dem der Unteren und Oberen Mauerstraße entspricht. Die Eingänge der Stadt wurden mit Toren gesichert, auf den Höhen wurden Warten, wie z. B. der Holsterturm, gebaut und es wurden Landwehre angelegt, um die Feldmarken zu schützen. Das Erscheinungsbild der Stadt wird darüber hinaus durch die interessante architektonische Teilung in Unter- und Oberstadt geprägt.

Der Gebäudebestand ist im Lauf der Stadtgeschichte durch Großbrände oft vernichtet worden. Allein der Großbrand im Jahre 1700 zerstörte 257 von ca. 260 Häusern. Darum stammt, abgesehen von der Katholischen Pfarrkirche St. Nikolaus und dem Rathaus, kein Gebäude aus dem 17. Jh. Der Stadtbild prägende, über dem mittelalterlichen Stadtgrundriss errichtete Baubestand von Ackerbürgerhäusern stammt im Fall der Fachwerkhäuser größtenteils aus der Mitte des 19. Jh. und im Fall der massiven Ziegelbauten aus der Wende des 19. zum 20. Jh. Durch den Stadtgrundriss und die städtebauliche Tradition bedingt, zeigt die historische Altstadt von Nieheim in ihrer Struktur mittelalterliche Gestaltqualitäten.

Der Heilklimatische Kurort Nieheim ist im Tourismus sehr gut aufgestellt. Vielfältige Besichtigungs- und Freizeitmöglichkeiten bietet Ihnen Nieheim: Im Westfalen Culinarium erfahren Sie, dass für den guten Geschmack oft nur die ganz einfachen Dinge gebraucht werden. Es überrascht Sie mit einem einzigartigen Museumskonzept und wurde mit dem Deutschen Tourismuspreis 2006 ausgezeichnet. Das in Deutschland einzige Sackmuseum im Heimatmuseum fördert Unbekanntes zum unscheinbaren Transportmittel Sack zu Tage. In Menne's Nieheimer Schaukäserei können Sie bei einer Führung durch die Käserei die Geräte und den Herstellungsprozess der Käseproduktion erklären lassen. Zahlreiche Wege laden Sie zum Wandern, Walken und Rad fahren in die malerische Umgebung ein. Finden Sie die Kunstwerke auf dem Nieheimer Kunstpfad und vieles mehr. Freuen Sie sich auf den Deutschen Käsemarkt und die Nieheimer Holztage, Feste, die wegen ihrer Einmaligkeit Besuchermagnete sind und von denen Sie bestimmt schon gehört haben. Sicher sind auch Sie neugierig geworden. Kommen Sie doch einfach zu uns. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!