Denkmal des Monats - August 2016

Ostwestfalen Lippe
Historischer Stadtkern (Brakel)


Der historische Stadtkern der alten Hansestadt Brakel wird geprägt durch die west-östlich verlaufende Straße Hanekamp als Teil der alten Handelsstrecke Hellweg, der am Marktplatz 90° nach Süden abknickenden Ostheimer Straße, den Marktplatz mit historischem Rathaus sowie dem heute mit großkronigem Baumbestand versehenen Kirchplatz mit der Kath. Stadtpfarrkirche St. Michael. Begrenzt wird der Stadtkern durch die weitgehend erhaltenen Stadtmauern sowie die vorgelagerten Wall- u. Grabenzonen, die besonders im Osten noch vollständig erhalten sind.

Nicht mehr erhalten sind die ehemaligen vier Stadttore. Um an diese zu erinnern, wurden im Jahre 2004 an den ehemaligen Standorten je eine Sandstein-Stele errichtet. Sie verfügen jeweils über eine Info-Tafel sowie (aufeinander aufbauend) eine Planskizze für einen Stadtrundgang entlang der Stadtmauern, an dem der Besucher die Standorte aller vier Stadttore erreichen kann.

Die Stadttore bildeten zusammen mit den Stadtmauern, Türmen und Gräben die mittelalterliche Stadtbefestigung. Das genaue Alter der Mauern ist unbestimmt. Bis heute jedoch kennzeichnen die Reste der Mauern das alte Brakel, das erst im 19. Jh. über diese Begrenzungen hinaus wuchs.

1213 Formulierung „in castro Brakele" lässt auf eine befestigte Anlage schließen.

1244 wird ein Stadtgraben urkundlich erwähnt, 1306 die Stadtmauern, später Stadttore.

1316 werden Ostmerdor und Hanekampesdor genannt.

1336 ist das Mestichmerdor erwähnt. Seinen Namen hatte es von der angrenzenden Schmiede, in der Messer, Schwerter usw. gefertigt wurden.

1340 ist erstmals das Thytor genannt. Es war mit stattlichen 32 m das höchste und stärkste der vier Stadttore. Die Tore waren bewachte und besonders befestigte Steinbauten. Ob ursprünglich hölzerne Türen oder Zugbrücken den Zugang verschlossen oder ermöglichten, kann nicht mehr eindeutig nachvollzogen werden.

Die älteste bildliche Darstellung Brakels mit seiner mittelalterlichen Stadtbefestigung  datiert aus 1665. Das Ölgemälde von C. Fabritius zeigt Brakel von Südosten her. Man sieht, dass neben den Mauern und Toren mehrere Mauertürme vorhanden waren. Beim sog. Fangenturm ging es bei seiner Erwähnung 1558 um seine Wiedererrichtung.

1773 wurden nachweislich Ausbesserungen an der Befestigungsanlage vorgenommen. Noch 1744 war der Zugang nur durch die Tore gestattet.

1802/1803 wurden die Stadttore im Zuge der Ausdehnung der Bebauung und der vom Landeshauptmann angeordneten Sanierung der Straßen abgebrochen, die Steine wurden üblicherweise für den Bau neuer Häuser wiederverwendet.