Denkmal des Monats - Februar 2019

Südwestfalen
Wohnhaus Goetheplatz 9 (Bad Berleburg)

Das herrschaftliche zweigeschossige Wohnhaus unter einem hohen Mansardwalmdach steht auf einem die Hanglage ausgleichenden verputzten Bruchsteinmauerwerksockel. Es ist im Retablissementsplan vorhanden und wurde hier 1825 als Haus eingetragen. Das Fachwerkhaus blieb beim Stadtbrand von 1825 unversehrt und ist ebenfalls im Urkataster von 1868 eingetragen.

Auch die Häuser Goetheplatz 5, 6 und 7 überstanden den Stadtbrand und wurden für die klassizistische Stadtplanung, wie sich im Retablissementsplan von 1825 widerspiegelt und hier insbesondere für die rechtwinklige Platzanlage als Platzwände verbindlich. Die Häuser Goetheplatz 6 und 9 eröffnen den Platz; sie sind die flankierenden Häuser des Platzes, stehen dem Platz am nächsten gegenüber und sind in höchster Wertigkeit, einerseits bezogen auf den Standort, andererseits dadurch, dass sie als einzige barocke Herrschaftsbauten das Stadtbild prägen.

Fassadenmittig befindet sich der stattliche Hauseingang mit zweiflügliger Faschentür.

In der unteren Mansardenfläche befinden sich fassadenseitig und hofseitig drei stehende Dachgauben (neuere Veränderung). Die Gauben waren früher senkrecht orientiert mit Giebeldreieck (Barockform). Hohe große Fenster sind mit Kämpfer im oberen Drittel vorhanden. Hofseitig und giebelseitig ist das kräftige und enge Fachwerk des 18. Jahrhunderts sichtbar. Das Kranzgesims ist barock original; das Gesims am Knickpunkt der Mansardfläche ebenfalls aus dem 18. Jahrhundert in gleicher Profilierung.

Die Fassade ist rundschuppig verschiefert, glatte Schieferbänder befinden sich in Sturz- und Sohlbankgesimshöhe. Die linken Giebel sind verschiefert, das Obergeschoss ist in Fensterhöhe rautengespitzt verschiefert.  Weiterhin ist der Fachwerkstil angedeutet durch senkrechte Schieferbänder, bis Höhe des Sohlbankgesims des Obergeschosses und ist in Schuppenschablonendeckung verschiefert. Im Erdgeschoss sind zwei Fenster vergrößert. Die Dachfläche ist in Kunstschiefer gedeckt.

Das Gebäude ist ein ausgewogener Baukörper des 18. Jahrhunderts im Grund- und Aufriss, einziges Beispiel neben Goetheplatz 6. Bis auf die störenden Gauben wurden keine Veränderungen vorgenommen.