Denkmal des Monats - September 2008

Südwestfalen
Musikschule Schlossstrasse 13 (Bad Berleburg)



vereinigt werden. Der Plan dazu wird noch besonders entworfen werden.“

Als Standort wies der Plan ein Grundstück gegenüber dem freigehaltenen Areal für die Stadtkirche aus, auf dem bis dahin der Neubau einer Schule angedacht war. Vor 1825  hatte die Stadt kein eigenes Schulgebäude, Unterricht wurde in einem von der Kirchengemeinde angemieteten Haus gehalten.

Erst 4 Jahre nach dem Brand wurde ein Bauplan erstellt, der 3 Schulzimmer und die notwendigen Räume des Rathauses enthielt. Eine Ergänzung sah sogar ein Türmchen auf dem Dach für die vorhandene Schulglocke vor, die aber nicht zur Ausführung kam. Nach Aufstellung eines Kostenanschlages über 4430 Reichstaler durch den Baukondukteur Küster aus Siegen wurde Anfang 1830 mit den Bauarbeiten begonnen. Bis April 1832 war das Gebäude so weit erstellt, dass eine Benutzung der Schulräume möglich wurde. Viele Mahnungen und Drohungen, gerichtet an einige Unternehmer, geben jedoch Zeugnis von Ärger und dem oft schleppenden Baufortschritt.

Nach nur 4 Jahren zeigten sich große Probleme, da von einem drohenden Einsturz die Rede war. Untersuchungen zeigten, dass die Balkenkonstruktionen, vor allem die Deckenunterzüge, statisch unzureichend und teilweise wegen Überlastung schon gebrochen waren. Bedingt durch die erheblichen Durchbiegungen der Decken hatte auch der Ausbau im Dachgeschoss großen Schaden genommen; der Raum für die Feuerspritze und die Arrestzellen im Kellergeschoss waren feucht und kaum nutzbar. Die Schule wurde geschlossen; erst nach einer grundlegenden Sanierung konnte der Schulbetrieb wieder aufgenommen werden. Bereits in 1855 gab es erneut Probleme: die hohen Treppen hinten und vorn waren baufällig und mussten erneuert werden. Man entschloss sich, auf die Treppe hinten zu verzichten und vorn als Ersatz eine Rampe mit Zwischenstufen und der heute noch vorhandenen Brüstung aus Sandstein anzubauen. In den späten Jahren des 19. Jahrhunderts wurde in den Akten von 5 Schulzimmern berichtet.

Erst in 1899 brachte der Neubau der Volksschule in der Poststraße größere Entlastung. In den Dreißiger Jahren erwarb die Stadt Berleburg das alte Schulhaus und bis zum Neubau des Gymnasiums in den Fünfzigern verblieben dort die Stadtkasse, 2 Schulklassen für die Sexta und Quinta, der Musiksaal der Oberschule, sowie im Keller Zellen für Straftäter. Die Abortanlage war damals in einem Bretterverschlag rückwärtig angebaut. Von 1956 bis 1989 befand sich im Haus Schloßstraße 13 das Arbeitsamt. Ab 1989 wurde das Gebäude mit umfangreichen Sanierungs- und Umbauarbeiten zur Musikschule umfunktioniert. Im Kellergeschoss befinden sich nun statt Zellen die Räumlichkeiten für Obdachlose. Der finanzielle Aufwand betrug rd. 350.000 ?. Durch die Mitgliedschaft in der Arbeitsgemeinschaft Historische Stadtkerne wurde die Maßnahme mit rd. 254.000 ? aus Stadterneuerungsmitteln gefördert.