Denkmal des Monats - Dezember 2008

Südwestfalen
Jakobikirche (Lippstadt)



Lippstadt besaß schon im 13. Jahrhundert 4 Kirchen: die Nikolaikirche, die bereits vor der Stadtgründung durch Bernhard II. in der alten Kaufmannssiedlung bestand; die Kirche des Augustinerinnenklosters (Stiftskirche), die große Marienkirche, die, 1222 durch den Bernhard II. geweiht, auch als Marktkirche bekannt wurde und die Jakobikirche.

Die Jakobikirche wurde zwischen 1230 und 1260 erbaut. Am 06.12.1260 wurde sie erstmals als Pfarrkirche erwähnt.

Bei der Wahl des Platzes für den Bau von St. Jakobi hat man gewiss auch an die Sicherung der südöstlichen Stadtbefestigung gedacht. Vom Turm aus war eine gute Sicht auf etwaige Angriffe bei einer Belagerung Lippstadts möglich. Ein noch vorhandener eigener Brunnen in der Kirche und Spekulationen über unterirdische Gänge zu einem benachbarten Wohngebäude unterstützen die Vermutung, dass die Kirche auch als sichere Zuflucht im Belagerungsfall genutzt wurde.

Die ev. Jakobikirche ist eine kleine, aber weiträumig wirkende Hallenkirche, dreischiffig, mit zwei querrechteckigen Jochen im kurzen Langhaus. Im Westen vorgelagert ein schwerer Turm mit einer inneren Grundfläche von    6 x 8 m und einer Mauerwerksstärke von     2,40 m. Die Eingangshalle wird durch das Kreuzrippengewölbe charakterisiert.

Im Inneren kommt das gotische Gliederungssystem des Baues zur vollen Geltung. Rundpfeiler mit je vier vorgestellten Diensten für die profilierten Gurtbögen und Konsolen für die Diagonalrippen tragen das Kreuzrippengewölbe, das an den Außenwänden auf Dienstkonsolen aufsetzt. Im Chor ist das Gewölbe zusätzlich mit Rippenzierscheiben bereichert. Auch hier laufen die Kreuzrippen wie im Südchor auf schlanken Diensten aus.

Der Nordchor ist reicher an strukturierenden Elementen. Die Rippen des Gewölbes und die mehrfach gestuften Laibungen der Maßwerkfenster verbinden sich hier zu einer dienstbündelartigen Wandgliederung. Die Fenster zeigen kaum Abwechslung mit ihrem langgestreckten, zwei- und dreiteiligen Maßwerk. Reicher dagegen ist der Nordseitenchor. Die niedrigen Maßwerkfenster zeigen hier je einen Dreipass über zwei Fensterbahnen.

Die äußere Erscheinung der Jakobikirche ist schlicht. Regelmäßige, an den östlichen Kanten des Langhauses verdickte Strebepfeiler stützen die Gewölbelast. Der mächtige Westturm besteht aus drei Geschossen, gegliedert durch schmale Lisenen und Gesimse. Im oberen Geschoss laufen die Lisenen in einem spitzbogigen Konsolfries aus. Hier sitzen auch zwei Reihen von je drei spitzbogigen Schallarkaden, während das zweite Geschoss nur drei kleine Öffnungen besitzt. Die Westfassade wird neben dem Hauptportal durch ein Spitzbogenfenster betont. Das Portal zeigt neben einer Giebelabdeckung einen Kleeblattabschluss in spitzbogiger dreifach abgetreppter Laibung mit kleinen Ecksäulchen und zierlichen Kapitellen.

Lippstadt
Jakobikirche

Lippstadt besaß schon im 13. Jahrhundert 4 Kirchen: die Nikolaikirche, die bereits vor der Stadtgründung durch Bernhard II. in der alten Kaufmannssiedlung bestand; die Kirche des Augustinerinnenklosters (Stiftskirche), die große Marienkirche, die, 1222 durch den Bernhard II. geweiht, auch als Marktkirche bekannt wurde und die Jakobikirche.

Die Jakobikirche wurde zwischen 1230 und 1260 erbaut. Am 06.12.1260 wurde sie erstmals als Pfarrkirche erwähnt.

Bei der Wahl des Platzes für den Bau von St. Jakobi hat man gewiss auch an die Sicherung der südöstlichen Stadtbefestigung gedacht. Vom Turm aus war eine gute Sicht auf etwaige Angriffe bei einer Belagerung Lippstadts möglich. Ein noch vorhandener eigener Brunnen in der Kirche und Spekulationen über unterirdische Gänge zu einem benachbarten Wohngebäude unterstützen die Vermutung, dass die Kirche auch als sichere Zuflucht im Belagerungsfall genutzt wurde.

Die ev. Jakobikirche ist eine kleine, aber weiträumig wirkende Hallenkirche, dreischiffig, mit zwei querrechteckigen Jochen im kurzen Langhaus. Im Westen vorgelagert ein schwerer Turm mit einer inneren Grundfläche von    6 x 8 m und einer Mauerwerksstärke von     2,40 m. Die Eingangshalle wird durch das Kreuzrippengewölbe charakterisiert.

Im Inneren kommt das gotische Gliederungssystem des Baues zur vollen Geltung. Rundpfeiler mit je vier vorgestellten Diensten für die profilierten Gurtbögen und Konsolen für die Diagonalrippen tragen das Kreuzrippengewölbe, das an den Außenwänden auf Dienstkonsolen aufsetzt. Im Chor ist das Gewölbe zusätzlich mit Rippenzierscheiben bereichert. Auch hier laufen die Kreuzrippen wie im Südchor auf schlanken Diensten aus.

Der Nordchor ist reicher an strukturierenden Elementen. Die Rippen des Gewölbes und die mehrfach gestuften Laibungen der Maßwerkfenster verbinden sich hier zu einer dienstbündelartigen Wandgliederung. Die Fenster zeigen kaum Abwechslung mit ihrem langgestreckten, zwei- und dreiteiligen Maßwerk. Reicher dagegen ist der Nordseitenchor. Die niedrigen Maßwerkfenster zeigen hier je einen Dreipass über zwei Fensterbahnen.

Die äußere Erscheinung der Jakobikirche ist schlicht. Regelmäßige, an den östlichen Kanten des Langhauses verdickte Strebepfeiler stützen die Gewölbelast. Der mächtige Westturm besteht aus drei Geschossen, gegliedert durch schmale Lisenen und Gesimse. Im oberen Geschoss laufen die Lisenen in einem spitzbogigen Konsolfries aus. Hier sitzen auch zwei Reihen von je drei spitzbogigen Schallarkaden, während das zweite Geschoss nur drei kleine Öffnungen besitzt. Die Westfassade wird neben dem Hauptportal durch ein Spitzbogenfenster betont. Das Portal zeigt neben einer Giebelabdeckung einen Kleeblattabschluss in spitzbogiger dreifach abgetreppter Laibung mit kleinen Ecksäulchen und zierlichen Kapitellen.

Nach Beschädigung des Turmes durch Beschießung (1623) wurde dieser 1667 gründlich erneuert. Erheblicher waren jedoch die Schäden, die durch die Explosion eines in der Nähe der Jakobikirche stehenden Pulverhauses am 2. Juni 1763 entstanden sind. Die gesamte Südseite der Jakobikirche wurde hierdurch so stark in Mitleidenschaft gezogen, dass sogar der Erhalt der Kirche in Frage gestellt war. Erst eine Sammelaktion über die Grenzen Lippstadts hinaus brachte die nötige Summe zusammen, um die Kirche wieder in Stand zu setzen. Im Jahre 1755 erhielt der Turm die noch heute charakteristische mehrfach gestufte Barockhaube.

Erhebliche Risse am Turmschaft entstanden auf Grund unsachgemäßer Ausführung der Holzkonstruktion des Barockhelmes. Diese Schäden wurden 1975/76 beseitigt.

In der Jakobikirche findet seit 2007 neben der kirchlichen nun auch eine Nutzung für gehobene Kunst- und Kulturveranstaltungen statt. Der hierfür erforderliche Umbau wurde erst durch private Spenden, öffentliche Förderung, Stiftungsgelder und eine große Beteiligung der Ev. Kirchengemeinde möglich.