Denkmal des Monats - Oktober 2008

Südwestfalen
Pfarrkirche St. Aegidius (Rheda-Wiedenbrück)



Das Gebäude

Die Aegidiuskirche ist der historische Mittelpunkt des Stadtteils Wiedenbrück und war auch viele Jahrhunderte das geistliche Zentrum der Region. Die Kirche beherrscht den Markt- und den Kirchplatz und ist für den Reisenden bereits von weitem zu erkennen. Als erstes fällt der Blick dabei auf den markanten, dreigeschossigen Turm mit seiner geschwungenen Haube und seiner offenen Laterne.

Die drei Giebel des Langhauses werden von zwei Gesimsen und dreifach gestuften Strebepfeilern gegliedert. In jedem Joch findet sich ein großes Fester mit spätgotischen Maßwerkkronen. Der letzte Giebel auf beiden Seiten unterscheidet sich baulich durch spätromanisch-frühgotische Formen und die größere Breite. Es ist das alte Querhaus, das nur wenige Zentimeter aus dem neueren Langhaus hervorspringt. Das Chorpolygon wurde 1878 behutsam vergrößert und verändert. Dies geschah unter Verwendung vieler alter Bauteile, so dass die Ansicht von hier immer noch der aus dem 13. Jahrhundert ähnelt. Der Turm zeigt nach wie vor den offenen Bruchstein aus dem auch Lang- und Querhaus bestehen. Diese wurden jedoch in den 1980er-Jahren nach historischem Vorbild verputzt.

Den dreischiffigen Innenraum bestimmen die neun kuppelartigen Gewölbe, die auf vier großen Pfeilern und den Außenwänden ruhen. Die Kuppeln des Langhauses sind durch vier, die prächtigeren des Querhauses durch acht Rippen mit besternten Zierscheiben gegliedert. Die Pfeiler und Bögen sind mit einer Bemalung in Sandsteinoptik versehen, die Gewölbe sind weiß gehalten. Lediglich ein Gewölbe weist noch eine rekonstruierte Ausmalung mit floralen Motiven nach dem Vorbild aus dem 16. Jahrhundert auf.

Bei der Sanierung im Jahre 2006/07 wurde der Altarraum deutlich in das Mittelschiff vorgerückt. Die Orgelbühne wurde ebenfalls vergrößert und mit aktuellen Hölzern und Stahl ausgebaut. Die Orgel von 1912 wurde ebenfalls komplett saniert. Der Innenraum wurde neu farbgefasst, die Figuren und Ausstattungsstücke restauriert.



Die Baugeschichte

An der Stelle, an der heute die westfälische Hallenkirche steht, deren älteste Teile auf das 13. Jahrhundert zurückgehen, wurde bereits um 785 der erste Kirchbau in der Stadt errichtet. Wiedenbrück gehörte damals zu den vier Urpfarreien des Bistums Osnabrück und diente nach den Sachsenkriegen Karls des Großen der Missionierung der sächsischen Gebiete. Nach den ersten, hölzernen Kirchen entstanden an gleicher Stelle verschiedene andere Kirchbauten. Darunter eine dreischiffige Basilika im 9. Jahrhundert und vermutlich um das Jahr 1259 eine deutliche Erweiterung für das damals gegründete Kollegiatstift. In dieser Zeit entstand auch das heute noch bestehende Querhaus. Das Langhaus in seiner heutigen Form, wurde 1502 begonnen. Letzte große bauliche Änderungen war der Neubau des Turmes in den Jahren 1848 bis 1851 durch Conrad Niermann sowie der Neubau der Hauptchorapsis und die Erhöhung der Sakristei 1878/79 durch G.A. Fischer.

Die Ausstattung

Die Ausstattung wird durch verschiedene Kunstwerke unterschiedlicher Epochen geprägt. Besonders hervorzuheben sind das Sakramentshäuschen von 1504, der etwa 1500 entstandene Taufstein mit Szenen aus dem Alten und Neuen Testament, die prächtig gestaltete Kanzel aus Baumberger Sandstein mit einer am Fuße sitzenden Mosesfigur (gestiftet 1617) sowie der steinerne Marienaltar (gestiftet 1642). Der Altarraum wird heute von der Kreuzigungsgruppe aus Sandstein, einer Arbeit des Wiedenbrücker Bildhauers Christoph Siebe, (1887) beherrscht. Das Kreuz selbst schuf der Bildhauer Erlenkötter. An den Seiten findet sich ein Kreuzweg mit 14 Ölgemälden, die der Wiedenbrücker Maler Anton Waller um 1900 fertigte.

Quellen: Uwe Lobbedey: So entstand die Aegidiuskirche, in: 1200 Jahre Christengemeinde in Wiedenbrück, Pfarrgemeinde St. Aegidius (Hg.) 1985. Ders.: St. Aegidius zu Wiedenbrück, (Westfälische Kunststätten, Heft 49), Münster 1988.

Das können Sie in Wiedenbrück erleben…

  • Musikfeuerwerk Feuer und Flamme
  • (letzter Samstag im August)
  • Weitere-auch thematische-Stadtführungen bietet die Flora Westfalica auf Anfrage an
  • Musikfeuerwerk “Feuer und Flamme” am letzten Sonntag im August
  • Herbstkirmes am 1. Oktoberwochenende in Wiedenbrück
  • Christkindlmarkt in Wiedenbrück


Und so kommen Sie nach Wiedenbrück…

Mit Bahn/Bus:

  • Bahnhof Rheda (Strecke Hannover/Aachen) umsteigen in Bus Richtung Wiedenbrück

Mit dem Pkw:

  • A2, Ausfahrt Nr. 23 Rheda-Wiedenbrück (Abfahrt in Richtung Wiedenbrück)


Weitere Informationen erhalten Sie bei:

Flora Westfalica GmbH
Mittelhegge 11
33378 Rheda-Wiedenbrück

Tel. 05242 / 9301-0

Internet: www.rheda-wiedenbrueck.de
E-mail: info@flora-westfalica.de