Rückblick: Exkursion durch Nordrhein-Westfalen
Alte Hansestadt Lemgo
Nach einer Einführung in die Organisationsstruktur, Arbeitsschwerpunkte, Veranstaltungsformate und Produkte der AG HSO NRW begann die Exkursion in der Alten Hansestadt Lemgo.
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Haus Bödecker
Das zentral gelegene, seit Jahren leerstehende Gebäude wurde Ende 2024 durch die Stadt Lemgo im Rahmen eines Zwischenerwerbs gesichert. Vorgesehen ist eine Konzeptvergabe mit denkmalpflegerischem Bindungsplan für eine gemischte Wohn- und Gewerbenutzung. Aufgrund der Gebäudestruktur wird eine Aufteilung in mehrere Stadthauseinheiten mit rückwärtiger Erschließung angestrebt. Besondere Herausforderungen ergeben sich aus den geringen Geschosshöhen sowie dem umfassenden Sanierungsbedarf. -
anno 1578
Das Projekt des Instituts für Wissenschaftsdialog der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe (TH OWL) fungiert seit Frühjahr 2025 als Schnittstelle zwischen Hochschule und Stadtgesellschaft. Als "Dritter Ort" bietet es flexible Räume für Lernen, Austausch und Veranstaltungen mit bis zu 70 Personen. Neben einer zeitgemäßen technischen Ausstattung stehen ergänzende Infrastrukturen wie eine Küche zur Verfügung. Bereits im ersten Betriebsjahr wurden rund 3.000 Nutzer:innen erreicht. Die Finanzierung ist derzeit bis Ende 2026 gesichert, eine Anschlussförderung wird gesucht. -
Auenpark
Der mit Mitteln der Städtebauförderung neugestaltete Auenpark in Lemgo entstand auf Grundlage eines freiraumplanerischen Wettbewerbs unter Integration des vorhandenen Baumbestands. Neben seiner Funktion als Erholungsraum erfüllt er Anforderungen des Hochwasserschutzes. Der "Erlentreff", hervorgegangen aus einem Jugendbeteiligungsprozess, ergänzt das Angebot um bewegungsorientierte Nutzungen. Gleichzeitig fungiert der Auenpark als Bindeglied zwischen Hochschule und Innenstadt. Zusätzliche Städtebauförderprojekte sind der Stadteingang Langenbrücker Tor mit den Sitzstufen an der Bega, sowie der gegenüberliegende Begabalkon. -
Innovation Campus
Der in fußläufiger Distanz zur Innenstadt gelegene Campus der Technischen Hochschule Ostwestfalen-Lippe (TH OWL) ist der größte Standort der Hochschule. Er befindet sich auf dem 32 Hektar großen "Innovation Campus". Zu den Einrichtungen am Campus gehört unter anderem das innovative Gebäude "InnovationSPIN", das gemeinsam mit dem Kreis Lippe, der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe und weiteren regionalen Unternehmen und Partnern entwickelt wurde. Seit 2018 wird der Campus grundlegend neugestaltet. Grundlage hierfür bilden eine Machbarkeitsstudie, ein Beteiligungsprozess sowie ein Masterplan. Ziel ist die Bündelung von akademischer, beruflicher und handwerklicher Bildung an einem Standort mit über 7.000 Nutzenden. Mit der 2022 fertiggestellten Neuen Campusmitte und dem InnovationSPIN wurde ein zentraler Baustein realisiert, getragen durch eine institutionenübergreifende Kooperation. Zur Sicherstellung effizienter Entscheidungsprozesse wurde ein entsprechend legitimiertes Steuerungsgremium eingerichtet. Die verkehrliche Erschließung erfolgt über einen eigenen Bahnhaltepunkt sowie ein integriertes Park- und Leitsystem.
Warendorf
Am zweiten Tag standen Projekte in Warendorf im Fokus, die im Rahmen einer Projektpräsentation im historischen Rathaus und eines Rundgangs durch die Altstadt vorgestellt wurden.
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Brinkhaus-Gelände
Die seit 2021 im städtischen Eigentum befindliche Industriebrache soll zu einem gemischt genutzten Quartier mit Wohnen-, Gewerbe- und Hotelnutzung entwickelt werden und stellt ein zentrales Innenentwicklungspotenzial für Warendorf dar. -
EmsWärme und Neue Ems
Mit der Renaturierung der Ems wird das Ziel verfolgt, die räumliche und funktionale Verbindung zwischen Altstadt und Landgestüt zu stärken. Geplant sind die Rückführung in das historische Flussbett, Gewässeraufweitungen sowie Maßnahmen zur Hochwasservorsorge durch Auenbildung. Parallel entsteht mit "EmsWärme" ein klimafreundliches Wärmenetz auf Basis von Flusswärmepumpen, das insbesondere in den dicht bebauten Innenstadt-Strukturen eine wirtschaftlich tragfähige Lösung darstellt. -
Neugestaltung der Fußgängerzone
Die Umgestaltung erfolgt unter besonderer Berücksichtigung der Barrierefreiheit und wurde in enger Abstimmung mit Interessensvertretungen, insbesondere für blinde und sehbehinderte Menschen, entwickelt. Gestalterische Elemente wie ein Fontänenfeld, temporäre Möblierung und mobile Begrünung ("Wanderbäume") ergänzen die Aufenthaltsqualität. Ein begleitendes Baustellenmarketing stärkt die Innenstadtfunktion und die Belebung. -
Fassadenprogramm und Quartiersarchitekt
Durch gezielte Förderprogramme und die begleitende Beratung durch den Quartiersarchitekten konnten umfangreiche private Investitionen angestoßen werden. Das nordrhein-westfälische Förderangebot "Dauerhafte Umnutzung von leerstehenden Ladenlokalen" wurde mehrfach erfolgreich umgesetzt und hat maßgeblich zur Reduzierung von Leerständen beigetragen.
Rheda-Wiedenbrück
Den Abschluss der Exkursion bildete die Stadt Rheda-Wiedenbrück mit Besichtigungen des Schlosses Rheda und des Klosters Wiedenbrück.
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Schloss Rheda
Die privat genutzte eh. Wasserburg dient als Residenz des Fürsten zu Bentheim-Tecklenburg. Die historischen Wirtschaftsgebäude werden heute für Wohnen und Gewerbe genutzt. Die mittelalterliche doppelstöckige Turmkapelle ist öffentlich zugänglich und verzeichnet jährlich rund 4.000 Besucherinnen und Besucher. -
Kloster Wiedenbrück
Das ehemalige Franziskanerkloster wird heute von einer Genossenschaft getragen, deren Mitgliederzahl seit 2020 deutlich gestiegen ist, mittlerweile auf über 1.100. Ein hoher Teil ehrenamtlichen Engagements trägt wesentlich zum Betrieb bei. Aktuell wird das Dachgeschoss ausgebaut, um zusätzliche barrierefreie Veranstaltungsräume zu schaffen; der Umbau wird als Maßnahme des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes mit Mitteln der Städtebauförderung unterstützt. Das Kloster fungiert als multifunktionaler Ort mit kulturellen, sozialen und touristischen Angeboten und verzeichnete zuletzt knapp 30.000 Besucherinnen und Besucher jährlich.
Die Exkursion bot vielfältige Einblicke in Projekte und Strategien in den historischen Stadtkernen. Sie verdeutlichte anhand von Praxisbeispielen den integrativen Umgang mit historischen Stadtstrukturen im Spannungsfeld von Denkmalpflege, Klimaanpassung und funktionaler Weiterentwicklung. Der fachliche Austausch zwischen den beiden Arbeitsgemeinschaften lieferte wertvolle Impulse für die weitere Arbeit in den Kommunen.
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