Rückblick: Fachexkursion Krefeld-Linn & Kempen
Dieses Jahr fand der Fachdialog der Arbeitsgemeinschaft Historische Stadt- und Ortskerne in Form einer Fachexkursion durch Krefeld-Linn, Krefeld und Kempen statt. Die Ansprechpersonen beider Städte hatten den 29 Teilnehmenden einiges zu berichten und zu zeigen. Start war in Linn (seit 1901 Teil der Stadt Krefeld) an der gleichnamigen Burg. Die ehemalige Festung prägt mit dem einem mittelalterlichen Straßengrundriss und einer kleinteiligen Parzellenstruktur noch heute den Ortsteil. Die mittelalterliche Wehrmauer ist größtenteils erhalten. Auf dem Fußweg bis zum Margaretenplatz konnten die Teilnehmenden einen Eindruck von der historischen Stadtstruktur gewinnen. Für den historischen Ortskern Linn wurde eine Denkmalbereichssatzung aufgestellt, die das historische Erscheinungsbild als Ganzes erhalten soll.
Im Anschluss folgte eine Busexkursion über die vier Wälle der Krefelder Innenstadt. Dieser Bereich mit dem angrenzenden Hauptbahnhof ist Teil der am 3.7.2025 vom Rat beschlossenen Aufstellung der Denkmalbereichssatzung, die zum Ziel hat, das charakteristische Straßennetz sowie das Verhältnis zwischen bebauter und Freifläche zu erhalten. Es wurde u.a. deutlich, dass Kompromisse gemacht wurden, wie die historischen Wallanlagen mit den heutigen Verkehrsanforderungen in Einklang gebracht werden können, sodass eine Unterbrechung der Begrünung zugunsten des Umweltverbundes zugelassen wurde.
Nach der Mittagspause ist die Exkursionsgruppe weiter nach Kempen gefahren und hat dort im imposanten Ratssaal im Rathaus zunächst einen Überblick über die Stadthistorie und -entwicklung Kempens erhalten. Im Anschluss folgte ein Rundgang durch die Kempener Altstadt, deren wichtigste Denkmäler die Kirche St. Marien, die kurfürstliche Burg und die Stadtmauer sind. Von den 60er bis in die 90er Jahre fand eine umfassende Stadtsanierung Kempens statt. Im März 2026 wurde einstimmig die neue Gestaltungssatzung verabschiedet, in der zwei Denkmalbereiche ausgewiesen sind: Denkmalbereich 1 betrifft den Bereich innerhalb der Wallanlagen und der Denkmalbereich 2 die Bereiche darüber hinaus. Der historische Stadtkern ist nutzungsgemischt und auf zwei Straßenachsen autofrei. Das Parken wird Tiefgaragen und Parkdecks zentralisiert. Für die Anwohnenden gibt es feste Parkplätze in den Tiefgaragen, teils gibt es auch die Lösung, dass in den Wohngebäuden im Erdgeschoss geparkt und die Wohnnutzung im 1. Obergeschoss und höher befindet. Die Wohngebäude sind überwiegend aus den 60er Jahren und verfügen über Balkone, deren Begrünung zum farbenfrohen Stadtbild beiträgt. Die Verbundenheit der Bevölkerung mit „ihrer“ Stadt ist sehr eng. Nach dem Rundgang durch den Stadtkern und über die begrünten Wallanlagen endete die Exkursion mit der gemeinsamen Fahrt zum Ausgangspunkt.
Weiterführende Links:
zurück zur Übersicht