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Rückblick: AG talk am 17. Februar 2026

23.02.2026
Beim AG Talk am 17. Februar stand die Frage nach Wohnqualitäten im historischen Kern im Mittelpunkt – ein Thema, das angesichts sich wandelnder Lebensentwürfe, differenzierter Wohnansprüche und Wohnungsknappheit hohe Relevanz besitzt.

Beim AG Talk am 17. Februar stand die Frage nach Wohnqualitäten im historischen Kern im Mittelpunkt – ein Thema, das angesichts sich wandelnder Lebensentwürfe, differenzierter Wohnansprüche und Wohnungsknappheit hohe Relevanz besitzt.

Dr. Constanze Rehling, Interdisziplinäre Zentrum für transformativen Stadtumbau (IZS) im Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR) stellte Erkenntnisse aus der wissenschaftlichen Begleitung der Projektreihe „Probewohnen“ in Görlitz vor. Sie zeigen, dass sich nicht nur Einzelpersonen, sondern auch Familien sowie Paare nach der Familienphase gezielt für das Wohnen im historischen Stadtkern interessieren. Ausschlaggebend für eine Zuzugsentscheidung sind dabei vor allem bezahlbarer Wohnraum, soziale Anschlussmöglichkeiten sowie eine tragfähige Grundversorgung mit Infrastruktur, Dienstleistungen und Freizeitangeboten. Hemmnisse entstehen hingegen durch Defizite in der Wohnqualität, insbesondere hinsichtlich Wohnungsgröße und Sanierungszustand.

Ein Praxisbeispiel aus Freudenberg stellte der freie Architekt Marco Petruzziello vor. Hier wurde in einem denkmalgeschützten Fachwerkhaus der über Jahrhunderte ungenutzte Dachboden zu Wohnzwecken um- und ausgebaut. Nach dem Prinzip „Haus im Haus“ wurde unter den historischen Dachbalken eine eigenständige, tragfähige Dachkonstruktion eingefügt, die heutigen Anforderungen an Wärme- und Feuchteschutz gerecht wird. Seinen Erfahrungen nach haben sich viele Bewohner Freudenbergs bewusst für das Leben im historischen Kern entschieden und schätzen kurze Wege sowie ein lebendiges soziales Miteinander. Für den Umbau denkmalgeschützter Gebäude braucht es seiner Meinung nach mutige und ambitionierte Eigentümer sowie eine tragfähige Zusammenarbeit mit den relevanten Behörden. Historische Pläne, Ansichten und Bildmaterial können zudem eine wichtige Referenz sein, Gebäudeäußeres und -inneres zu sanieren und weiterzuentwickeln.

Die Diskussion machte deutlich: Der historische Kern kann – bei entsprechender Qualitätssicherung im Bestand und funktionierender sozialer Infrastruktur – ein attraktiver Wohnstandort für unterschiedliche Zielgruppen sein.


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